Kamerahalterung für den Wanderrucksack – der Capture Clip

Kamerahalterung für den Wanderrucksack – der Capture Clip

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Fast alle Fotos die ihr bei hikerz.de findet sind mit meiner Nikon entstanden. Da ich mit ihr alle schönen Erinnerungen festhalten kann, ist sie mir auch ans Herz gewachsen und wichtig. Aber wenn man beim Wandern, Klettern oder jeder anderen Bew egungsart an der frischen Luft seine Kamera dabei haben will stößt man irgendwann auf ein Problem, dass wahrscheinlich viele kennen: Wohin mit dem guten Stück?

 

In einem Rucksack oder einer Tasche ist sie zwar sicher verstaut, allerdings muss man den Apparat erst umständlich für jedes Foto heraus kramen. Das kostet Zeit, ist besonders bei mäßigem Wetter teilweise sehr umständlich und wenn man Pech hat, hat sich das Motiv vielleicht schon erledigt und man kann die Kamera schon wieder einpacken. Alternativ trägt man den Fotoapparat außerhalb des Rucksackes. Dort stört er aber meistens, belastet Hals oder Hand und ist allen Wettereinflüssen oder Beschädigungen schutzlos ausgeliefert.

Also machte ich mich auf die Suche nach einer Möglichkeit, meine Kamera immer bereit zu haben ohne dass sie stört oder die erhöhte Gefahr einer Beschädigung besteht. Ich legte für mich wie schon beschrieben folgende Anforderungen fest: Grundsätzlich bin ich auf fast allen Touren mit meinem Wanderrucksack unterwegs. Also war die Vereinbarkeit von Rucksack und Kamera für mich ein Kriterium, welches es zu beachten galt. Sie sollte immer schnell verfügbar und sicher sein und mich in meiner Bewegungsfreiheit nicht einschränken.

 

Mit diesem „Anforderungskatalog“ machte ich mich also auf die Suche. Nach gefühlten mehreren Tagen Internetrecherche stieß ich auf einige Varianten, die aber alle nicht wirklich das waren was ich mir vorstellte. Ein Kameragurt von der Schulter zur Hüfte ging DSC_0051nicht, da so ziemlich jeder neuere Wanderrucksack einen Beckengurt hat, den man besonders bei weiteren längeren alpinen Wanderungen auch brauch. Diese Kombination aus Kameragurt und Beckengurt stört. Eine weitere Variante mit einer Kameratasche direkt vor der Brust, die an den Schulterriemen des Rucksacks oder in ein gesondertes Tragegeschirr eingehängt wird, ist bei mir auch durchgefallen. Ein Extra-Geschirr stört unter einem Rucksack, die Kamera ist nicht wirklich sofort einsatzbereit und die Tasche schlackert immer noch vor der Brust.

 

Glücklicher Weise bin ich dann über eine Halterung gestolpert mit der die Kamera direkt am Schulterriemen befestigt werden kann: der Capture Clip der amerikanischen Firma PEAK DESIGN. Die Firma startet als kleiner Betrieb mit der Hilfe eines Crowd-Funding-Projektes. Der Gründer und Entwickler    hatte genau das gleiche Problem wie ich und hat daraus diese Halterung und in der Folge das Unternehmen entwickelt. Und meiner Meinung nach hat er die perfekte Lösung gefunden. Also schnell bestellt und nach 1,5 Jahren Test gibt es von mir folgendes Fazit:

 

Der Capture Clip besteht aus zwei Metallplatten die mittels zweier Schrauben miteinander verbunden werden. Dabei klemmt man das Schulterpolster einfach dazwischen und zieht die Schrauben richtig fest, damit ist der Clip fest und sicher mit dem Schulterriemen verbunden. An die Kamera schraubt man an der Unterseite einfach die mitgelieferte Adapterplatte an und schon kann man sie in den Clip einhängen. In der Pro-Version des Capture Clips gibt es sogar unterschiedliche Adapterplatten zur Auswahl (Dual Plate, ARCA Plate, Micro Plate). Das hat den Vorteil, dass man mit der gleichen Platte die Kamera auch auf ein Stativ spannen kann ohne lästige Umbauarbeiten vornehmen zu müssen. Die Platte eurer Wahl Platte stellt also das Bindeglied zwischen Kamera und dem Capture Clip dar. Und in diesem sitzt die Kamera nach dem Einrasten wirklich sicher und fest. Mit dem auf den Fotos zu sehenden roten Kopf an der Oberseite des Clips öffnet man die Halteklemme wieder und kann die Kamera heraus nehmen. Diesen Knopf kann man um 90 Grad drehen um ihn so sperren. Damit wird ein versehentliches Lösen der Kamera verhindert. Zusätzlich gibt es, sozusagen als Dritt-Sicherung, noch eine Stellschraube an der rechten Seite. Diese kann man komplett festziehen, sodass der Fotoapparat durch die Spannkraft der Schraube zusätzlich gehalten wird. Mit dieser Schraube sollte selbst der letzte Sicherheitsfanatiker, so wie ich, zufrieden gestellt sein.clip mit Beschriftung

 

Der Fotoapparat liegt im eingehängten Zustand mit dem Objektiv meist auf dem Schulterriemen des Rucksacks auf, ist so zusätzlich gedämpft und geschützt und reibt nicht am Oberkörper.

 

IMG_2522Sitzt die Kamera erst einmal mit der Platte in der Haltevorrichtung kann man getrost jede Bewegung machen die einem in den Sinn kommt. Egal ob Laufschritt, Klettern oder Kopfstand – die Kamera hält. Auch wenn ich zugegebener Maßen das letzte noch nicht getestet habe. ;)

 

Im normalen Gebrauch erfüllt der Capture Clip alle Anforderungen die ich oben für mich definiert habe. Zusätzlich sitzt der Clip so angenehm am Schulterpolster, dass man ihn fast nicht bemerkt. Das ist auch den geringen Abmessungen des guten Stücks zu verdanken. Mit eingehängter Kamera ist das Gewicht natürlich, je nach Objektiv, deutlich höher. Dies stört aber kaum, da sich das Gewicht schön auf die Schulter verteilt. Erst auf wirklich langen Touren über mehrere Stunden merkt man die zusätzliche Belastung für die gewählte Schulter. Aber meine Lösung hierfür: Kamera in die Hand und einfach mal fünf Minuten ein paar Bilder mehr schießen.

 

Auch wenn ihr eher puristisch veranlagt seid und keine schwere Spiegelreflexkamera mitschleppen wollt ist der Capture Clip für euch eine Alternative. Auch einfache Kompaktkameras kann man einhängen solange sie über einen Schraubmechanismus an der Unterseite verfügen. Dies bieten aber fast alle Fotoapparate. Und auch die Verwendung am Rucksack wie bei mir ist nicht die einzige Möglichkeit der Nutzung. Der Clip lässt sich zum Beispiel auch am Gürtel oder am Tragegurt einer Tasche befestigen und leistet auch hier verlässlich seine Dienste. Ebenso sind natürlich auch andere Einsatzgebiete wie Fahrradfahren, Skitouren oder auch nur ein Städtetrip denkbar.

 

Ringsum ist der Capture Clip von Peak Design also eine geniale Lösung um seine Kamera bei den Wanderungen am Mann zu haben und ist in der Pro-Version für ca. 80 Euro zu erwerben. Die vereinfachte aber genauso zweckmäßige Variante bekommt man für 60 Euro (geeignet wenn jemand wenig bis gar kein Stativ nutzt). Gut investiertes Geld wenn man an den Wert der Kamera denkt.

 

Inzwischen ist das System aus seinen Kinderschuhen heraus gewachsen und hat die Firma vom Crowd-Funding-Projekt zu einem erfolgreichen Unternehmen gemacht die auch andere Systemlösungen für Kameras anbietet. In Deutschland werden der Capture Clip und auch die anderen Produkte von Peak Design von enjoyyourcamera.com vertrieben(auch über Amazon). Auf dieser Seite findet ihr auch reichlich Bildmaterial, Videos und technische Daten zu meinem Geheimtipp. Auch einige meiner Freunde haben sich nach erster Skepsis inzwischen für den Capture Clip entschieden und sind genauso zufrieden wie ich.

 

Zusätzlich habe ich noch einige extra Gimmicks mit dem Capture Clip kombiniert die den Umgang noch verbessern. Diese werde ich aber in weiteren Beiträgen vorstellen. Als Beispiel will ich hier nur den Einsatz eines GearKeepers, als eine Art Sicherheitsleine für die Kamera, nennen. Die kommt aber nicht zum Einsatz weil ich dem Capture Clip nicht vertraue sondern weil meine tollpatschigen Hände der Schwachpunkt in der Kette sind. ;)

 

Und diese tollpatschigen Hände zeigen jetzt abschließend zwei Daumen nach oben für den Capture Clip von Peak Design.

 

Was meinst du dazu...